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Allein aus Gnade
Bibeltreue Predigten & ein klares Evangelium, für rettenden Glauben.
Der zweite Johannesbrief beginnt mit dem Thema Wahrheit: Sie ist Gottes Wesen, wirkt Wiedergeburt und Liebe, bleibt ewig in den Gläubigen und ist Kanal göttlichen Segens.
## Details
**Einleitung zur Predigtreihe**
Nach der Auslegung des Philipperbriefs beginnt der Prediger eine neue Reihe über den zweiten Johannesbrief — nach dem dritten Johannesbrief das zweitkürzeste Buch der Bibel, bewusst wegen der Kürze gewählt. Während der erste Johannesbrief häufig behandelt wird, bleiben die beiden anderen Briefe meist unbeachtet, obwohl sich ihre Themen stark überschneiden. Grundtext der Predigt sind die Verse 1 bis 3.
**Verfasserschaft und Kanonizität**
Kritiker zweifeln an, dass der Apostel Johannes den Brief verfasst hat, und vermuten spätere Nachfolger als Autoren. Dem hält der Prediger entgegen, dass die Bibel gemessen an der Zahl antiker Handschriften und dem geringen zeitlichen Abstand zu den Originalen als das am besten belegte Buch der Antike gilt. Frühe Manuskripte tragen bereits den Namen Johannes in der (nachträglich hinzugefügten) Überschrift. Dass sich der Autor nur „der Älteste“ nennt, spricht nicht gegen ihn: Johannes nennt sich in keiner seiner Schriften namentlich, und auch Petrus bezeichnet sich als Mitältester. Johannes lebte ab etwa 70 n. Chr. in Ephesus, diente dort als Gemeindeleiter und war der letzte überlebende Apostel — also im doppelten Sinn „der Älteste“.
**Erster Punkt: Die Wahrheit ist nichts Theoretisches**
Adressatin ist „die auserwählte Frau und ihre Kinder“. Zwei Deutungen stehen sich gegenüber: eine Gemeinde in weiblicher Bildsprache (vergleichbar der Braut Christi) oder eine konkrete Frau. Der Prediger tendiert zur wörtlichen Auslegung, da der Brief so natürlicher liest und die Warnung, keine Irrlehrer ins Haus aufzunehmen, auf einen Haushalt hindeutet. Möglicherweise handelt es sich um eine Witwe, da kein Ehemann erwähnt wird. „Auserwählte“ kennzeichnet sie als Christin.
Johannes liebt sie „in der Wahrheit“ — gemeint ist nicht die Tiefe seiner Zuneigung, sondern deren Ursprung. Diese Liebe entspringt der Wahrheit und wird von ihr genährt; sie ist göttlicher Herkunft, weil Gott selbst die Wahrheit ist. Deshalb kann Johannes verallgemeinern: Alle, die die Wahrheit erkannt haben, lieben diese Frau. Nicht ihre Liebenswürdigkeit begründet die Liebe, sondern ihre Zugehörigkeit zu den aus Gott Geborenen.
Daraus folgt eine Einheit, die über Sympathie und Wellenlänge hinausreicht. Der Prediger stellt die persönliche Anwendungsfrage: Gibt es Geschwister, die schwer zu lieben sind — vielleicht wegen ihres Charakters oder ihrer Meinungen? Individualismus und die Fixierung auf Nebensächliches untergraben die Liebe, sowohl innerhalb der Ortsgemeinde als auch zwischen Gemeinden. Wer stattdessen die gemeinsame Wahrheit in den Blick nimmt, erträgt charakterliche Schwächen und deckt Sünden zu. Das Studium des Wortes ist der Weg dorthin, denn Jesus betet: „Heilige sie in der Wahrheit, dein Wort ist Wahrheit.“
**Zweiter Punkt: Die Wirkweise der Wahrheit**
Zunächst wirkt die Wahrheit von außen. Gott gebraucht sein Wort — vermittelt durch Propheten, Christus, Apostel, Predigt und Lesen — um Menschen zu erretten. Wo etwas anderes verkündigt wird als die Wahrheit, wirkt Gott nicht. Daraus folgt: Allein Gottes Wort, allein die Lehre Christi darf gepredigt werden. Diese Wahrheit ist exklusiv; die Gottheit Jesu ist ihr Kernpunkt. Weder Buddha noch der Koran noch rabbinische Lehren, die Jesus als Messias ablehnen, können neues Leben hervorbringen. Ökumene ist deshalb der falsche Ansatz — nicht Toleranz gegenüber allen Meinungen ist Liebe in Wahrheit, sondern das Festhalten an der absoluten Wahrheit.
Dann wirkt die Wahrheit von innen: Sie „bleibt in uns“ — örtlich verstanden. Der Heilige Geist ist die Wahrheit, Christus wohnt durch Glauben in den Gläubigen. Nur wo dieser Ablauf geschehen ist, ist jemand aus Gott geboren. Jesus sagt den ungläubigen Juden hart, sie hätten den Teufel zum Vater, weil keine Wahrheit in ihm ist. Diese Worte entspringen der Liebe, nicht dem Hass — und sie enthalten die Einladung: Niemand muss ein Kind des Teufels bleiben.
Schließlich wirkt die Wahrheit wieder nach außen und bringt Liebe und Heiligung hervor. Wie ein Baum erst an seinen Früchten erkennbar wird, so zeigt sich am Leben, wessen Kind ein Mensch ist. Werke der Gerechtigkeit erlösen nicht, sind aber Beweis der innewohnenden Wahrheit. Und diese Wahrheit bleibt „in Ewigkeit“ — keine Floskel, sondern Zusage. Der Geist versiegelt die Gläubigen als Gottes Eigentum und ist Unterpfand des verheißenen Erbes: Trost in Zweifel, Leid und Not.
**Dritter Punkt: Der Segen Gottes, der durch die Wahrheit fließt**
Anders als Petrus und Paulus formuliert Johannes „Gnade, Barmherzigkeit, Friede“ nicht als Wunsch, sondern als Gewissheit — diese Dinge *werden* mit uns sein. Sie bezeugen Gottes völliges Wohlwollen gegenüber Menschen, die ihn von sich aus gar nicht suchen. Barmherzigkeit zeigt sich am deutlichsten im Erlösungswerk Christi, der Friede in der Versöhnung durch das Blut des Kreuzes. Die einzig angemessene Antwort ist Anbetung und ein Leben zur Ehre Gottes.
Johannes benennt die Quelle präzise: Vater und Sohn stehen auf einer Stufe — eine Betonung, die nötig war, weil die Gottheit Jesu damals wie heute bestritten wird; sie war letztlich der Grund seiner Kreuzigung.
Der Zusatz „in Wahrheit und Liebe“ beschreibt den Rahmen des Segens. Unabhängig von der Wahrheit kann dieser Segen nicht fließen. Wer in der Wahrheit lebt, erlebt Gnade, Barmherzigkeit und Frieden durchströmend; wer sich entfernt und Sünde Raum gibt, verlässt diesen Rahmen. Gott bleibt gnädig, doch der Segen wird nicht mehr in vollem Maß erfahrbar — Zweifel und Unruhe treten ein. Gott hält den Segen bisweilen zurück, um zur Umkehr zu führen.
**Schluss**
Ohne die absolute Wahrheit fällt das Christentum in sich zusammen: Es gäbe keine Christen, kein Leben nach Gottes Maßstäben, keinen Zugang zu Gott. Darum gilt es, diese Wahrheit zu bewahren, treu zu verkündigen, zu studieren und in ihr zu leben — um der Berufung Gottes nachzukommen und seinen Segen in Fülle zu empfangen.

Dieser Podcast ist ein Dienst der Evangelisch-Baptistischen Christusgemeinde Waiblingen. Der Name dieses Podcastest, allein das Wort ist abgeleitet von dem Lateinischen: sola scriptura, was übersetzt heißt: allein durch die Schrift. Dieser Begriff wurde vor allem durch die Reformation geprägt. Die Reformatoren glaubten und lehrten nämlich, dass keine kirchliche oder staatliche Instanz nötig ist, um uns den Weg des Heils zu offenbaren, sondern allein die Schrift, also allein das Wort Gottes dazu in der Lage ist. Ja, wir können sagen, dass die Reformation ihren Ursprung in sola scriptura hat. Alles, was durch die Reformation verändert wurde, die Kirche, die Familie oder die Gesellschaft, hatte ihren Ursprung in dem Wort Gottes. Die Reformatoren gaben dem Wort Gottes wieder den höchsten Stellenwert. Das ist der Schlüssel zu einem veränderten Leben in Familie, Gemeinde und Gesellschaft: Allein das Wort. Dieser Podcast, will diesen reformatorischen Prinzipien folgen, um Gottes Wort wieder zur höchsten Instanz in allen Bereichen des Lebens werden zu lassen.
2. Timotheus 3,16-17: Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt.
Weil Gott der Schöpfer und Erhalter allen Lebens ist, ist er selbst und sein göttlich inspiriertes, unfehlbares, und irrtumsloses Wort allein die Grundlage für den Glauben und das praktische Ausleben dieses Glaubens in allen Bereichen des Lebens. Weil wir in einer Zeit leben, wo Gottes Wort in dem Land der Reformation vermehrt offensiv angegriffen, geleugnet und aus allen Bereichen des Lebens verbannt wird, ist es unser großes Anliegen etwas dazu beizutragen, dieses heilige und vollkommene Wort wieder neu in das Leben der Menschen hineinzusprechen.
Wir glauben nämlich, dass Gottes Wort allein die Kraft hat, das Leben von einzelnen Menschen vollständig zu erneuern. Aber Gottes Wort hat nicht nur die Kraft, einzelne Menschen zu erneuern, sondern ganze Nationen. Ob wir an die frühen Christen in der Apostelgeschichte denken, an die Reformation im 15. Jahrhundert oder an die große Erweckung in England und Neuengland des 17. Jahrhunderts. Eine Erweckung geschah immer dann, wenn das Wort Gottes in der Gemeinde und in der Gesellschaft wieder treu und klar gepredigt wurde.
Römer 1,16: Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen.
Und eben weil Gottes Wort eine rettende, und heiligende Kraft enthält, wollen wir mit diesem Podcast dem Wort Gottes Raum geben. Wir wollen auf unterschiedliche Fragen des Glaubens anhand der Bibel Antworten geben. Dies werden wir überwiegend aus gehaltenen Predigten tun. Aber wir werden auch Podcasts zu speziellen Themen aufnehmen. Wir planen Konferenzen und andere öffentliche Wege, um dieses große Ziel zu erreichen: Allein das Wort in allen Bereichen des Lebens zu integrieren, damit Gott verherrlicht wird, und Menschen verändert werden.
Wir hoffen sehr, dass dieser Podcast eine Hilfe für viele Christen sein wird, und dieser Dienst einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, dass der Name Gottes verherrlicht, und sein Reich dadurch gebaut wird.
Gott segne euch!
